Französischfür den Urlaub
Gespräche

Französisch für den Urlaub: Reichen ein paar Brocken?

Inhalt
  1. Wie viel Französisch brauchst du für den Urlaub?
  2. Welche französischen Sätze brauchst du im Urlaub wirklich?
  3. Was sagst du, wenn jemand auf Französisch antwortet?
  4. Wie läuft ein Besuch im Café oder Restaurant von Anfang bis Ende?
  5. Wie bekommst du die Sätze bis zum Urlaub in den Kopf?

„111 Vokabeln bis zum Urlaub? Das schaffe ich nie.“

Die Unterkunft ist gebucht, und jetzt sitzt du abends mit dem Handy auf dem Sofa und fragst dich, wie viel Französisch du eigentlich brauchst.

„Ich will da ja nicht völlig hilflos rumstehen.“

Ich bin selbst mit kaum mehr als ein paar Grußformeln nach Frankreich gefahren. Ich weiß noch gut, an welchen Stellen es eng wurde.

Welche Sätze du wirklich brauchst und wann du sie sagst, steht hier.

Wie viel Französisch brauchst du für den Urlaub?

Für Café, Laden und Restaurant reichen ein paar Sätze, wenn sie dir ohne Nachdenken über die Lippen kommen.

„Reicht mein Schulenglisch nicht?“ In Paris oft schon. In den Läden und Hotels rund um die Sehenswürdigkeiten bin ich mit Englisch problemlos durchgekommen. In einer kleinen Stadt in der Provence gab es dagegen Momente, in denen Englisch nicht weiterhalf.

Bei mir war es so: Je weiter weg von den großen Sehenswürdigkeiten, desto öfter hing es an meinen paar französischen Sätzen. In der Sprachumfrage der EU sagen auch nur etwa vier von zehn Menschen in Frankreich von sich, dass sie sich auf Englisch unterhalten können.

Und wenn dein Englisch selbst eher wackelt, kommst du mit Zeigen und diesen Sätzen im Laden auch durch.

Eine Autopanne, ein Arztbesuch oder ein Behördengang brauchen eine andere Vorbereitung. Hier geht es um die ganz normalen Urlaubsmomente.

Welche französischen Sätze brauchst du im Urlaub wirklich?

Du brauchst einen Satz fürs Reinkommen, einen für das, was du willst, einen für den Moment, in dem du nichts verstehst, und einen fürs Gehen.

Wann Französisch Auf Deutsch
Du kommst rein Bonjour, madame. / Bonjour, monsieur. Guten Tag.
Du willst etwas Je voudrais ça, s’il vous plaît. Das hätte ich gern, bitte.
Un café, s’il vous plaît. Einen Kaffee, bitte.
Du fragst nach dem Preis C’est combien? Was kostet das?
Du zahlst im Laden Je voudrais payer, s’il vous plaît. Ich möchte bitte zahlen.
Du verstehst nichts Je ne comprends pas. Ich verstehe nicht.
Vous pouvez répéter, s’il vous plaît? Können Sie das bitte wiederholen?
Du gehst Merci, au revoir. Danke, auf Wiedersehen.
Bonne journée. Schönen Tag noch.

Anfang und Ende waren bei mir jedes Mal dieselben. An der Kasse ging es mit Bonjour los und mit Bonne journée zu Ende. Diese Sätze brauchst du also jeden Tag mehrmals, und genau deshalb lohnt es sich, sie so oft zu sagen, bis sie von allein kommen.

Bonjour ist für mich der wichtigste davon. Wenn ich mit Bonjour angefangen habe, kam mir mein Gegenüber gleich freundlicher vor. Abends wird daraus Bonsoir.

Für die Mitte brauchst du weniger, als du denkst. Ich habe in Frankreich auf der Speisekarte oder im Laden einfach auf das gezeigt, was ich wollte. Mit Je voudrais ça, s’il vous plaît wird aus dem Zeigen ein ganzer, höflicher Satz.

Weißt du, wie die Sache heißt, reicht auch das Wort mit s’il vous plaît dahinter, zum Beispiel Un café, s’il vous plaît. Je veux, also „ich will“, versteht man zwar auch, im Laden klingt es aber schroff.

Fragt dich im Laden jemand Je peux vous aider?, also ob man dir helfen kann, und du willst nur schauen, sagst du Je regarde, merci.

Zahlen musst du vor dem Urlaub nicht auswendig können. Den Preis kannst du dir zeigen lassen, und mit Karte zahlst du mit Par carte, s’il vous plaît.

Eine lange Liste liest sich zu Hause auf dem Sofa ganz gut. An der Theke, wenn hinter dir schon jemand wartet, fällt dir davon kaum etwas ein.

Was du vor dem Urlaub lernst, muss an der Theke ohne Nachdenken rauskommen. Auswendig brauchst du deshalb nur die Tabelle oben und die Sätze aus dem nächsten Abschnitt. Lange Listen kannst du vor Ort zum Nachschlagen benutzen.

Die Tabelle passt auf einen Screenshot. Wenn du magst, mach dir einen, dann hast du sie im Urlaub dabei.

Was sagst du, wenn jemand auf Französisch antwortet?

Sag einfach, was gerade passiert ist: dass du es nicht verstanden hast.

„Und wenn der dann auf Französisch zurückredet?“ Das ist mir passiert, und in dem Moment wusste ich nicht weiter. Genau dafür sind diese Sätze da:

  • Je ne comprends pas. (Ich verstehe nicht.)
  • Vous pouvez répéter, s’il vous plaît? (Können Sie das bitte wiederholen?)
  • Vous pouvez parler plus lentement? (Können Sie langsamer sprechen?)
  • Vous parlez anglais? (Sprechen Sie Englisch? Am besten nach dem Bonjour.)

Hast du nur ein Wort nicht mitbekommen, reicht ein kurzes Pardon?

Und wenn es danach immer noch nicht klappt, zeig auf die Sache oder tipp das Wort ins Handy und zeig den Bildschirm.

Wie läuft ein Besuch im Café oder Restaurant von Anfang bis Ende?

Wenn Anfang und Ende sitzen, darf die Mitte kurz sein. So sah das bei mir in Frankreich aus:

  1. Reinkommen: Bonjour, madame oder Bonjour, monsieur.
  2. Oft kam gleich die Frage, ob ich essen oder nur etwas trinken will. Auf Französisch klingt das zum Beispiel so: C’est pour manger ou pour boire un verre? Wenn du essen willst, sagst du Pour manger.
  3. Bestellen: zeigen und Je voudrais ça, s’il vous plaît. Leitungswasser bekommst du mit Une carafe d’eau, s’il vous plaît, kostenlos in der Karaffe.
  4. Bezahlen: Am Tisch sagst du L’addition, s’il vous plaît. Im Laden an der Kasse habe ich dagegen Je voudrais payer gesagt, L’addition gehört ins Lokal.
  5. Gehen: Merci, au revoir.

Wie bekommst du die Sätze bis zum Urlaub in den Kopf?

Sag sie laut, statt sie zu lesen.

Deck die französische Spalte der Tabelle ab, schau auf den deutschen Satz und sprich den französischen aus, bevor du nachsiehst. Am besten in der Reihenfolge eines Ladenbesuchs, von Bonjour bis Merci, au revoir, ein paar Mal am Tag.

Wie die Wörter klingen, liest du nicht aus der Schreibweise ab. Hör sie dir an und sprich sie nach. Eine Faustregel hilft trotzdem: Die Konsonanten am Wortende spricht man meistens nicht.

Genau dieses Üben steckt in Französisch für den Urlaub: Du siehst den deutschen Satz, sagst ihn in fünf Sekunden auf Französisch und hörst danach die Lösung. Die Sätze von der Kasse aus diesem Artikel, von Bonjour, madame über Je voudrais payer, s’il vous plaît bis Merci, au revoir, übst du dort als Gespräch in genau dieser Reihenfolge. Probier es gern vor dem Urlaub mal aus.

Quellen

Häufige Fragen

Kann man in Frankreich Deutsch sprechen?

Darauf würde ich mich nicht verlassen. In der [Sprachumfrage der EU](https://europa.eu/eurobarometer/api/deliverable/download/file?deliverableId=92126) sagen etwa 6 von 100 Menschen in Frankreich, dass sie sich auf Deutsch unterhalten können, bei Englisch sind es etwa 4 von 10. Plan lieber mit Englisch, Zeigen und ein paar französischen Sätzen.

Wie sagt man „Ich spreche kein Französisch“ auf Französisch?

Je ne parle pas français. Wenn du ein bisschen kannst, passt Je ne parle pas bien français, also „Ich spreche nicht gut Französisch“. Sag vorher Bonjour.

Parlez-vous anglais oder Vous parlez anglais?

Beides wird verstanden. Bei Vous parlez anglais? bleibt die Wortstellung wie in einem normalen Satz, und du hebst nur am Ende die Stimme.

Reicht eine Übersetzungs-App?

Für die Speisekarte und zur Vorbereitung ist sie eine große Hilfe, und ein schwieriges Wort kannst du eintippen und den Bildschirm zeigen. Mitten im Gespräch würde ich mich aber nicht aufs Handy verlassen, sondern auf einen Satz, den du selbst sagen kannst.

Ich schreibe diese Seite und mache die iPhone-App Französisch für den Urlaub. Meine Muttersprache ist Japanisch. Durch Frankreich bin ich mit kaum mehr als ein paar Begrüßungen gereist. Über den Autor